Waschen. Trocknen. Bügeln. Waschen. Trocknen … Ein mühsamer Kreislauf, der immer wieder von vorne beginnt. So verlässlich wie das Klingeln des Weckers am Morgen. Wer ein paar Hinweise und Tipps beachtet, merkt schnell: Bügeln muss keine frustrierende Angelegenheit sein.

Was muss man beim Bügeln beachten?

Bügeleisen auf Bügelbrett vor weßem Hemd und BügelwäschestapelBevor man mit dem Bügeln startet, sollte man alle Utensilien griffbereit haben, vom Bügeleisen bis zu den Kleiderbügeln. Der optimale Ort für das Bügelbrett befindet sich in der Nähe des Kleiderschranks. So kann man die frisch gebügelte Kleidung schnell verstauen und sie landet nicht auf einem Haufen, der quer durch die Wohnung wandert. Viel Tageslicht hilft außerdem, beim Bügeln alle Falten zu finden.

Übrigens: Bügeln muss keine verlorene Zeit sein. Multitasking ist erlaubt. Es ist die optimale Tätigkeit, um parallel einen Film zu schauen oder einem Hörbuch zu lauschen.

Man sortiert die Kleidungsstücke zunächst nach Material: Feine Stoffe, die bei niedriger Temperatur gebügelt werden, kommen zuerst dran. Stücke, die bei hoher Temperatur gebügelt werden, etwa Baumwolle oder Leinen, folgen zum Schluss.

Wenn Sie Wäsche vorsortieren, sparen Sie nicht nur Zeit, sondern auch Energie: Das ständige Rauf- und Runterschalten der Temperatur entfällt.

Bügleisen vom Körper weg bewegenAuch beim Bügeln an sich empfehlen wir ein strukturiertes Vorgehen. Man startet mit kleineren, komplizierten Stellen, wie Kragen oder Knopfleisten. Dann folgen die Ärmel und dann die großen Flächen auf Vorder- und Rückseite. Ist der Stoff besonders dick, bügelt man ihn erst von innen, dann von außen. Schritt für Schritt.

Die richtige Richtung: Positionieren Sie das Bügelbrett in Hüfthöhe vor sich. Über die gerade Körperhaltung freut sich der Rücken. Bewegen Sie das Bügeleisen waagerecht am Körper vorbei. Die freie Hand hält den Stoff auf Spannung und bewegt die gebügelte Stelle von sich weg.

Tipp 1: Man braucht nicht jedes Kleidungsstück komplett bügeln. Sie tragen Ihre Bluse nur unter einem Pullover? Dann können Sie sich das Bearbeiten der verdeckten Flächen sparen. Glätten Sie lediglich den Kragen und die Manschetten.
Tipp 2: Wer nasse Wäsche möglichst glatt und faltenfrei aufhängt, muss später nur kurz bügeln. Das spart Zeit und Energie.

Sicherheit beim Bügeln

Die Unterseite eines Bügeleisens ist sehr heiß und kann unangenehme Verbrennungen verursachen. Man sollte das Gerät nicht unbeaufsichtigt lassen oder in der Nähe von kleinen Kindern verwenden.

Die heiße Fläche darf nicht für längere Zeit auf dem Bügelbrett liegen. Ein Bügeleisen mit automatischer Ausschaltfunktion erhöht die Sicherheit bei der Hausarbeit.

Bügelstation, destilliertes Wasser und Co: Braucht man das alles?

Welche Utensilien man benötigt, hängt von der Größe des Wäscheberges ab. Für Vielbügler kann die Investition in eine Dampfbügelstation sinnvoll sein. Wer nur wenig bügelt, ist mit einem Dampfbügeleisen gut ausgestattet.

Destilliertes Wasser verhindert das Verkalken des Bügeleisens. Die Nutzung ist aber kein Muss, Leitungswasser ist auch in Ordnung. Am besten orientiert man sich an den Angaben des Herstellers in der Gebrauchsanweisung.

Bügelbrett und Bügeleisen stehen bereit. Was braucht man noch? Es empfiehlt sich, ein Stück Stoff oder Tuch bereit zu halten. Dieses schützt empfindliche Textilien.

Was darf man bügeln? Ein Blick auf das Pflegeetikett

Darf man Spitze bügeln? Wie heiß darf das neue T-Shirt gebügelt werden?

Was man wie heiß bügeln darf, hängt vom Material ab: Baumwolle darf bei 200°C unter das Bügeleisen, Leinen verträgt sogar 220°C. Wolle darf man bei mittlerer Temperatur bügeln, während Nylon und Acryl nur niedrige Temperaturen ertragen.

Gut zu wissen: Wenn ein Kleidungsstück zu mindestens 85 Prozent aus einem Rohstoff besteht, müssen die restlichen Stoffe nicht auf dem Etikett vermerkt sein. Bei der Wahl der Bügeltemperatur ist es folglich sicherer, sich an den Pflegesymbolen zu orientieren als nur an der Materialangabe.

Die Bügelsymbole im Überblick

Bügelsymbol - Bügeln erlaubt

Findet sich auf dem Pflegeetikett ein Icon in Form eines Bügeleisens, darf man das Kleidungsstück generell bügeln.

 

 

Bügelsymbol - Bügeln nicht erlaubt

Ist das Bügeleisen durchgestrichen, darf man das Produkt nicht bügeln.

 

 

Bügelsymbol - Bügeln auf niedrigster Temperatur erlaubtEin Bügeleisen mit einem Punkt steht für die niedrigste Temperatur: maximal 110°C. Das Symbol findet sich oft bei Nylon, Acryl, Polyamid und Acetat.

 

 

Bügelsymbol - Bügeln bis maximal 150°C erlaubtZwei Punkte symbolisieren die mittlere Temperaturstufe. Man darf das Kleidungsstück bei maximal 150°C bügeln. Produkte aus Wolle, Seide oder Polyester kann man meist mit dieser Temperatur bügeln.

 

Bügelsymbol - Bügeln auf höchster Temperatur erlaubt

Drei Punkte entsprechen der höchsten Temperaturstufe von 200°C. Das ist die passende Temperatur für Baumwolle und Leinen.

 

 

Eine Übersicht aller Pflegesymbole finden Sie in unserem Beitrag zum Wäschewaschen.

Blusen und Hemden bügeln

Blusen und Hemden bügeln

Material und Kleidungsart erfordern unterschiedliche Bügel-Techniken. Bei Blusen und Hemden beginnt man am Kragen und glättet diesen von der Spitze zur Mitte. Dann bügelt man die geöffneten Manschetten. Es folgen die Ärmel: An der Naht orientiert, liegen sie flach auf dem Bügelbrett. Das Bügeleisen wandert von der Manschette zur Schulter. Wenn man die Ärmel von beiden Seiten geglättet hat, ist die Schulterpartie an der Reihe. Hierfür nutzt man das vordere Ende des Bügelbretts. Dort legt man die Schulterbereiche auf, jeweils mit der linken Seite nach unten. Bevor die Vorder- und Rückseite bearbeitet werden, bügelt man die Knopfleiste von beiden Seiten. Man bügelt zwischen den Knöpfen, aber nicht über sie   drüber. Durch die hohe Temperatur können sie zerspringen.

Damit sich die Arbeit gelohnt hat, sollte man die Bluse oder das Hemd direkt nach dem Bügeln auf einem Kleiderbügel aufhängen. In den Kleiderschrank darf es erst, wenn es ausgekühlt ist.

Hinweis: Baumwolle und Polyester bügelt man feucht, dann kann man den Stoff besser glätten. Entweder befeuchtet man den Stoff leicht. Oder man nutzt ein Dampfbügeleisen. Es produziert selbst genug Feuchtigkeit.

Hosen bügeln

Gebügelte Hosen auf weißem Stuhl vor weißem Hintergrund

Neben Blusen und Hemden sind auch Hosen relativ aufwendig zu bügeln. Wer schrittweise vorgeht, kommt faltenfrei voran: Ob Stoffhose oder Jeans, generell bügelt man von der Taille zum Bein. Die Taschen sind als Erstes an der Reihe. Dann bügelt man die Taille. Dafür zieht man den oberen Bereich der Hose auf das Bügelbrett.

Achtung an den Taschen: Setzen Sie nur leichten Druck ein, um Abdrücke zu vermeiden. Im nächsten Schritt positioniert man die Hosenbeine flach auf dem Brett. Orientieren Sie sich an den Nähten der Hosenbeine und bügeln Sie sie von beiden Seiten.

 

Tipp: Bügeln Sie Anzughosen von links. So vermeiden Sie Bügelglanz.

Faltenröcke bügeln

Das Bügeln von Faltenröcken erfordert Geduld und Fingerspitzengefühl. Man fixiert die einzelnen Falten auf dem Bügelbrett, entweder mit Wäscheklammern oder einem feuchten Tuch. Wenn jede Falte optimal liegt, bügelt man den Rock vom Saum zum Bund.

Krawatten bügeln

Wenn Sie eine zerknitterte Krawatte aus der Schublade holen, sollten Sie nicht einfach mit dem Bügeleisen zur Tat schreiten. Nutzen Sie nur die Dampffunktion Ihres Bügeleisens, um sie zu glätten. Das Bügeleisen sollte die Krawatte nicht berühren, damit die abgerundeten Kanten nicht ihre Form verlieren.

So bügelt man empfindliche Stoffe

Empfindliche Stoffe mögen weder hohe Temperaturen noch Druck. Beim Bügeln kann die Oberfläche leicht verbrennen oder plattgedrückt werden. Aufdrucke, Pailletten oder Applikationen können schmelzen und am Bügeleisen klebenbleiben. Um die Kleidungsstücke zu schützen, sollten sie keinen direkten Kontakt zur heißen Unterseite des Bügeleisens haben: Viskose, Satin, Cord und Seide dreht man zum Bügeln auf links. Auch dunkle Kleidungsstücke, zum Beispiel schwarze Jeanshosen, bleiben länger schön, wenn man sie von links bügelt.

Gebügelter Strickpullover auf blauem UntergrundSeide mag kein Wasser. Seide bügelt man zwar am besten, wenn sie noch leicht feucht ist, man sollte sie aber nicht mit Wasser besprühen oder mit Dampf bügeln. Die Wassertropfen können Flecken verursachen.

Bei Wolle und Spitze legt man ein feuchtes Tuch zwischen Stoff und Bügeleisen. Nicht zu viel Druck ausüben: Die Fasern von Stricksachen sind sehr sensibel. Glätten Sie sie Stück für Stück mit leichtem Druck, ohne das Bügeleisen auf dem Stoff zu schieben.

Fasern aus Wolle nehmen kaum Schmutz auf. Gerüche entwickeln sich auf ihnen langsamer. Oft reicht das Auslüften des Wollpullovers am Fenster oder auf dem Balkon aus. Das erspart ihm die Strapazen in der Waschmaschine und auf dem Bügelbrett.

Knitterfrei auf Reisen

Im Urlaub oder auf der Geschäftsreise gibt es zwei Tricks, Kleidung zu glätten. Und das ganz ohne Reisebügeleisen und Bügelbrett.

Ihre Bluse ist zerknittert? Drehen Sie in der Dusche das heiße Wasser auf. Hängen Sie Ihre Bluse ein paar Minuten auf einem Kleiderbügel in den Wasserdampf. Sie sollte keine Spritzer abbekommen. Ziehen Sie sie danach straff. Schon sieht sie wie frisch gebügelt aus.

Auch ein Glätteisen kann zum Bügeleisen umfunktioniert werden und Krägen, Knopfleisten und Co. glätten. Achten Sie darauf, wie heiß Ihr Glätteisen wird und welche Temperatur Ihr Kleidungsstück verträgt.

Kleidungsaufbewahrung — damit sich das Bügeln lohntBluse nach dem Bügeln aufhängen

Bügeln macht viel Arbeit. Damit Sie nicht umsonst Zeit und Mühe in faltenfreie Kleidung investiert haben, sollten Sie bei der Aufbewahrung Falten vermeiden. Frisch gebügelte Textilien sollten zunächst auskühlen, erst dann faltet man sie ordentlich und verstaut sie im Schrank.

Pullover, Tops und Hosen lagert man am besten gestapelt. Hemden, Blusen, Röcke und Kleider fühlen sich auf Kleiderbügeln wohl.

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